
Wir richten eh wir niederfahren,
den Blick, o Gott empor zu Dir.
O woll uns, Herr, getreu bewahren,
lass wiederkehren uns nach hier.
Schließ auf den Stollen Deiner Liebe,
den finstern Schacht, in dem wir bauen.
Schirm uns vor Ort und im Betriebe,
lass fromm und treu uns Dir vertrauen.
Herr, segne Streben, Schacht und Stollen,
bewahre uns vor Flut und Brand.
Herr dem wir treu gehören wollen,
Du hast Die Welt in Deiner Hand.
So, oder so ähnlich haben unsere Kameraden am 16. Februar 1986 vor Ihrer Anfahrt gebetet. Sie sind im Gauben an Ihre Arbeit zur Kopfstrecke Flöz 3 Streb 2 Nord auf der 8. Sohle gefahren um Abdämmarbeiten durchzuführen. Es war an einem Sonntag und keiner konnte auch nur ahnen, dass dieser Sonntag, der 16. Februar 1986 in die Geschichte der Grube Camphausen, als ein Schicksalstag eingehen wird. Gegen 19:15 Uhr kommt es zur ersten Explosion, die vermutlich alle Kameraden überlebten. Um 19:25 Uhr kommt es durch ein Gasgemisch zur zweiten Explosion. Diese Explosion nimmt schlimme Ausmaße an. Im Nachhinein stellt man fest, dass vier unserer Kameraden, durch eine Druck- und Hitzewelle ums Leben gekommen sind und drei unserer Kameraden erstickten an Rauchgasen. Sie waren nur 300-400 m voneinander getrennt.
Es waren die Kameraden
Adolf Müller, Günter Ney, Klaus Klein,
Peter Schmidt, Dieter Hartjes,
Karl-Heinz Schüler und Dieter Walter.
Wie schon gesagt, keiner konnte auch nur ahnen, dass so ein schlimmes Unglück geschehen würde.
Auf der Grube Camphausen waren zu der Zeit ca. 1500 Kameraden unter Tage beschäftigt. Nur wenige waren an diesem Tag eingefahren.
Nach der Exlosion kämpften etwa 100 Männer der Grubenwehr, bis in die frühen Morgenstunden, um Überlebende aus der Strecke zu retten. Doch sie konnten sieben unserer Kameraden nur noch tot aus dem Schacht bringen. Der jüngste war 29 Jahre alt und der älteste war 52 Jahre alt. Sie haben aus Überzeugung und aus Hilfsbereitschaft anderen gegenüber ihr Leben gelassen.
Wir wollen Ihnen ein ehrendes Andenken bewahren!